28.11.2023

Ist Bauchtanz eigentlich gesund?

Absolut! Lest nach, was für ein vorzügliches Fitnessinstrument Bauchtanz ist.

So, meine Lieben. Nach drei Jahrzehnten Bauchtanz möchte ich mal ein Zwischenresüme ziehen: Bauchtanz ist Tanzsport. Und Bauchtanz ist eine faszinierende Möglichkeit, die Gesundheit unseres gesamten Körpers zu verbessern. Wir Bauchtänzerinnen und Bauchtänzer tanzen also nicht nur einen der schönsten und emotionalsten Tänze der Welt – nein! Wir profitieren auch noch von einem umfassenden Fitnessprogramm, das wir beim Tanzen unbemerkt abrufen.

Da stärken wir Bauch- und Rückenmuskulatur, Koordination und Haltung verbessern sich. Weil die Bewegungen deutlich anders sind, als die meisten Tanzsportarten, die wir in Industrieländern so kennen, ist Bauchtanz zudem auch noch ein großartiges Angebot an unsere Neuroplastizität: Mit jeder für den Körper neuen Bewegung leistet unser Gehirn Großartiges. Es verknüpft neue Synapsen, aktiviert neue Gehirnbereiche und hält uns damit nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit. Und zwar in jedem Alter.

Für wen eignet sich Bauchtanz?

Insofern ist Bauchtanz ist natürlich ein hervorragendes ganzheitliches Training für Menschen in jedem Lebensalter. Jede Unterrichtsstunde beginnt mit einem kurzen Aufwärmen der großen Muskelgruppen, schon da erhöht sich unsere Herztätigkeit. Sobald wir warm sind, gehen wir in erste vorsichtige Twists, um uns zu lockern und – vor dem gleich folgenden Training – Spannungen aus der Wirbelsäule zu nehmen. Im langen Mittelteil der Unterrichtsstunde nehmen wir einzelne Basicsbewegungen unter die Lupe. Je nach Unterrichtslevel bauen wir die Basics zu kürzeren Kombinationen oder zu ein-, zwei-, dreiminütigen Choreographien zusammen. Neben neuen körperlichen Fähigkeiten trainineren wir hier immer auch das Gehirn mit. Denn mit längeren Kombis oder Choreographien aktivieren wir unser Merk- und Erinnerungsvermögen und schulen unsere räumlichen Skills.

Bauchtanz für Bauch, Beine, Po – und Oberschenkel

Ihr merkt schon: Ich bin Bauchtanzfan. Auch nach so langer Zeit noch. Und das hat einen Grund. Beim Bauchtanz ist der gesamte Körper aktiv, wodurch nahezu alle Muskeln beansprucht werden. Was man auf den ersten Blick gar nicht so vermuten würde: Weil wir beim Bauchtanzen die meiste Zeit in einer leichten Mikrokniebeuge stehen, sind unsere Oberschenkel, aber auch die Gesäßmuskulatur in charge. Haha, wenn ihr wüsstet, wie viele meiner Mädels mir schon mit großem Erstaunen von ihrem Oberschenkel- und Pomuskelkater der vergangenen Woche erzählt haben.

Zudem ist unser Ziel ja, isolierte Bewegungen beherrschen zu lernen. Wir wollen zum Beispiel rotierende Oberkörperbewegungen machen, aber die Hüften ruhig im Raum stehen lassen. Was beim Zusehen babyleicht wirkt, kann beim Selbertanzen erstaunlich herausfordernd werden. Vor allem dann, wenn die Bewegungsqualität hoch sein soll. Allein das Becken von rechts nach links gleiten zu lassen, kann sich als erstaunlich hohe koordinative Hürde darstellen. Diese kleinen und großen Aufgaben meistern zu lernen ist ein tolles Erfolgserlebnis.

Fördert Bauchtanz unsere Gesundheit?

Wenn wir auf hohe Bewegungsqualität achten und übertriebene Bewegungen oder übermäßige Belastung vermeiden, dann ist Bauchtanz eine sanfte Sportart und für jeden geeignet. Anfänger bemerken schnell, dass selbst leichte Veränderungen in der Körperhaltung einen super Trainingseffekt haben. Und es gibt zwar nicht viele Studien zu Bauchtanz. Aber eine eben doch. Prof. Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln hat sich 2004 einmal dem Bauchtanzen als Forschungsobjekt gewidmet. Der Guru der deutschen Sportwissenschaft bestätigte damals, dass Bauchtanz die Muskulatur umfassend trainiere, die Herz-Kreislauf-Aktivität positiv beeinflusse und sogar als Ausdauertraining dienen könne. Wir haben’s schon immer gewusst. ☺️

Welche Muskeln werden beim Bauchtanz angesprochen?

Bauchtanz hat besonders intensive Effekte auf Bauch-, Rücken-, Beckenboden- Bein-, Fuß- und Gesäßmuskulatur. Zudem können wir durch bestimmte Tanzübungen auch unsere Arme, Hände, Schultern, Nacken und den Kopf ansprechen. Mit Kombis oder Choreografien aktivieren wir die gesamte Skelettmuskulatur, inklusive unserer tieferliegenden Muskeln. Durch die Beanspruchung von Nacken-, Brust- und Rückenmuskulatur verbessert sich unsere Körperhaltung und wir beugen Rückenproblemen vor.

Positive mentale Aspekte von Bauchtanz

Wie schon eingangs erwähnt, trainiert Bauchtanz nicht nur den Körper, sondern auch unser Köpfchen. Basics, Kombis und Choreografien erfordern die Steuerung von binnenkörperlicher Isolation, von Schritten, Armhaltungen und Hüftbewegungen und fördern unsere Orientierung im Raum. Das triggert unsere Koordination und erfordert jede Menge Konzentration. In der Zeit steigen wir aus quälenden Gedanken aus und nehmen eine kurze, tiefe Auszeit vom Alltag.

Unser Gehirn entspannt sich bei der Bewegung und sammelt Kraft für neue Lebensabenteuer. Mir ganz persönlich ist es ein großes Anliegen, euch als Menschen zu motivieren, euch ein gutes Gefühl mit nach Hause zu geben. Daher achte ich darauf, unser Gemeinschaftsgefühl im Kurs zu stärken, euer Selbstbewusstsein zu stärken, euch tänzerisch zu fordern und zu fördern. Viel wichtiger als Hochleistung, Perktionismus und Performance ist mir persönlich der Blick auf unsere kleinen Erfolge. Auf Bewegungsfreude, auf Freude über unseren Körper, der so wahnsinnig viele tolle Dinge beherrscht.

Für wen ist Bauchtanz geeignet?

Solange ihr keine schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme habt, ist Bauchtanz für jede:n geeignet. Ich biet’s leider selbst nicht an, aber in manchen Städten gibt es sogar spezielle Bauchtanzkurse für werdende Mamis, für Senior:innen oder für Kids. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob Bauchtanz gesundheitlich förderlich ist, dann haltet vor Beginn eines Kurses Rücksprache mit eurem Arzt oder eurer Ärztin. Auch während der Schwangerschaft müsst ihr nicht zwangsläufig auf Bauchtanz verzichten. Ihr solltet natürlich auf jeden Fall Rücksprache mit dem Frauenarzt halten – aber das wisst ihr bestimmt selber.

Bauchtanz gegen Menstruationsbeschwerden

Was ich sehr oft gefragt werde: Ob Bauchtanz auch gegen Menstruationsbeschwerden helfen würde. Anekdotisch kann ich aus meinem eigenen Leben berichten, dass es mir mit dem Thema glücklicherweise bestens geht. Ich weiß aber natürlich nicht, ob das in meinem Einzelfall kausal durch Bauchtanzen bedingt wird.

Was wir aus sportwissenschaftlicher Sicht auf jeden Fall sagen können: Mit Bauchtanz trainieren und dehnen wir ganz gezielt Muskeln im Becken, Bauch und sorgen für gute Durchblutung in dem Bereich. Und ein trainierter Beckenboden kann schon dazu beitragen, Menstruationsschmerzen zu lindern oder sogar zu beseitigen.

Was soll ich im Bauchtanzkurs anziehen?

In  meinem Bauchtanzunterricht braucht ihr definitiv keine aufwendigen Kostüme. Bequeme Sportkleidung, Leggings und T-Shirts reichen völlig aus. Ich hatte und habe sogar immer wieder Schülerinnen, die direkt in der Jeans mittrainieren. (Grüße gehen raus an Micha und Sonja!). Was allerdings sehr praktisch ist: ein Hüfttuch, das ihr in Form eines Dreiecks oder Quadrats um die Hüften bindet. Das schenkt euch selbst ein besseres Gefühl für die Bewegungen. Und mir als Lehrerin erleichert es, einzuschätzen, ob ihr die Bauchtanz-Übungen gesund ausführt. Begeisterte Bauchtanzgrüße schickt eure Margarete!


 

➡️ Hier findet ihr alle meine Bauchtanz-Kurse online oder in Präsenz in Rosenheim. Ich freu mich mega auf euch!

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